A.N.K.E.R. Erfolgskurs

Jedes Konzept und die beste Organisation drohen zu verpuffen, wenn wir uns des gewünschten Erfolgszustands nicht bewusst sind. In dem Moment der Entscheidung, das Diabetesmanagement in die eigene Hand zu nehmen, ist es erfolgsentscheidend, sich vor Augen zu führen, wohin die Reise gehen soll. Wenn der gewünschte Zustand formuliert ist, werden einzelne Zwischenziele zur Zielerreichung definiert und der Zeitraum festgelegt, in dem diese erreicht werden sollen. Ich nenne das den Erfolgsplan.

Ich habe in den ersten Jahren seit meiner Typ 1 Diagnose 2019 ohne konkrete Ziele gelebt. Bis Anfang 2024 hatte ich ordentliche HbA1c-Blutzuckerwerte um 7,4-7,8 % herum. Meine Ärztin pflegte zu sagen: „Das ist schon ganz ok, aber glücklicher wäre ich mit einer dauerhaften 7,5 % oder darunter.“ Im März 2024 habe ich meinen Erfolgskurs systematisiert und bin bereits im April 2025 auf einen Wert von 6,6 % gekommen, den ich seitdem stabil halte.

Dreifaltigkeit des Erfolgskurs

Vision
Langfristige Ziele
Kurzfristige Ziele
Eine Vision als Fixpunkt der Zukunft

Entscheidend ist es, vom Ziel her, einer Art persönlicher Vision, zu denken. Dabei hilft es, sich einen angenehmen und wünschenswerten Zielzustand zu beschreiben, den man hinsichtlich des eigenen Typ 1 Diabetes erreichen möchte. Dieser langfristige Zweck sollte explizit formuliert und zum Fixpunkt der Entscheidungen werden.

Meine Vision: Ich möchte die Blutzuckerwerte von Menschen ohne Diabetes (HbA1c <5,7 %) erreichen, ohne zu hungern, zu verzichten oder andere Blutwerte negativ zu beeinflussen.

Langfristige Zielsetzung zur Messbarkeit

Eine definierte Vision ist in der Regel kein messbares Ziel, sondern ein gewünschter Zielzustand. Zudem ist sie sehr weit in der Zukunft formuliert und kann schnell aus dem eigenen Fokus gelangen. Daher sind Zwischenschritte sehr hilfreich, eine Art Wegmarker, die bei der Erfüllung der Vision helfen sollen. Diese messbaren Ziele helfen bei der regelmäßigen Erfolgsmessung, sollten nicht zu weit in der Zukunft liegen (z.B. 2 Jahre) und unterstützen dabei, den eigenen Erfolg feiern zu können.

Meine langfristigen Ziele: Innerhalb von 2 Jahren (bis Anfang 2026) möchte ich den den HbA1c-Wert von 6,5 % unterschreiten, dabei alle weiteren Werte im Normbereich halten, ohne zu hungern und zu verzichten.

Kurzfristige Zielsetzung für Fokussierung

Auch zwei Jahre sind eine lange Zeit und weit im Voraus. Als Wegmarker kann man einzelne Leitplanken am Wegesrand setzen, die die Erfolgsmessung und ggf. Korrekturen auf dem Weg zum Ziel ermöglichen. Die kurzfristigen Ziele sollten ebenfalls messbar und vor allem nicht zu ambitioniert sein, da sie zu Demotivation und in der Folge zur Aufgabe führen können. Sie können sich jedoch im fortschreitenden Zeitablauf steigern, so dass der Anfang des Erfolgsplans langsam anläuft und dann sukzessive an Fahrt aufnimmt.

Zielführend ist jedoch die Regelmäßigkeit der einzelnen Leitplanken-Schritte, um auch hier eine gute Erfolgsmessung zu ermöglichen. Je früher wir merken, dass unser eingeschlagener Weg nicht zielführend sind, desto schneller können wir nachjustieren und uns neu ausrichten. Wenn jedoch die kleinen Zwischenziele erreicht werden, ist die Erfolgsfreude sehr motivierend und spornt an, weiter zu machen.

Bei mir haben die kleinen Zwischenziele jedenfalls die Motivation gesteigert, da ich innerhalb von wenigen Monaten sehen konnte, dass mein Konzept gut funktioniert. Das hat mein Durchhalten erst ermöglicht.

Meine kurzfristigen Ziele: Senkung des HbA1c-Werts in jedem Quartal (bei der ärztlichen Routineuntersuchung) um mind. 0,1 %.

5-Schritte A.N.K.E.R.

Akzeptanz
Nahrung
Konzept
Erfolgskurs
Routinen