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Mein (Irr-) Weg mit Typ 1 Diabetes

So wurden meine Typ 1 Erfahrungen zu DiaMo

Was mich motiviert

Hallo, ich bin die Mo von DiaMo und ich habe seit 2019 Typ 1 Diabetes LADA. Seit der Diagnose habe ich viele Erfahrungen mit der Krankheit gesammelt und ein eigenes Diabetesmanagement entwickelt. Meinen HbA1c-Blutzuckerwert habe ich auf diese Weise sukzessive und nachhaltig auf derzeit 6,6 % gesenkt, ohne eine Pumpe zu verwenden.

Diese Erfahrungen möchte ich gerne mit anderen Typ 1 Diabetikern teilen und so vielleicht auch dir ermöglichen, deinen Blutzucker auf gesunde und unaufgeregte Weise dauerhaft zu senken. Für ein Leben mit Diabetes Typ 1, aber ohne Gluko-Kicks.

Mein Weg mit Typ 1

Im April 2019 bekam ich die schockierende Diagnose: Typ 1 Diabetes. Mein erster Impuls war Verzweiflung. Als ich auf dem Heimweg meine Nachbarin traf, brach ich heulend in ihren Armen zusammen. Seit meiner Kindheit war ich stolz darauf, dass ich selten krank wurde und im Job stets die geringsten Krankheitstage hatte. Und nun das.

Relativ schnell entwickelte sich die Verzweiflung zu Trotz und zum unbedingten Willen, die Krankheit besser zu verstehen und zu steuern. Ganz nach meinem Lebensmotto: Nicht begangene Taten lösen oft einen katastrophalen Mangel an Folgen aus. Ich fing an, gemäß meiner wissenschaftlichen Ausbildung, Experimente mit Insulin, Ernährung, Bewegung an mir selbst durchzuführen und die Ergebnisse systematisch auszuwerten, zu klassifizieren und weitere Hypothesen zu testen.

Die meisten waren von Misserfolg geprägt. Bis Februar 2024 hatte ich zwar viele Erkenntnisse, aber keinen systematischen Ansatz gefunden. Dann stolperte ich eher zufällig über nährstoffdichte Lebensmittel und eine neue, glückliche Ära meines Umgangs mit der Krankheit brach an.

Zertifizierung zur Ernährungsberaterin

Nahrung ist essentiell für unser Überleben und die Qualität der Nahrung entscheidend für unsere Gesundheit. Im Gegensatz zu Typ 2 Diabetikern hören wir Diabetiker mit Typ 1 zwar oft, dass wir an unserer Ernährungsweise nichts verändern müssen. Das stimmt auch insofern, als dass die Krankheit nicht die Folge unserer bisherigen Lebensweise ist. Mit Typ 1 Diabetes haben wir eine Autoimmunerkrankung und benötigen industriell hergestelltes Insulin, um langfristig am Leben zu bleiben. Jedoch benötigen wir das nicht aufgrund unserer Lebens- oder Ernährungsweise, sondern aufgrund einer Fehlfunktion in der Bauchspeicheldrüse (vereinfacht ausgedrückt).

Daher wird die allgemeine Schlussfolgerung gezogen, dass die Ernährungsweise beim Typ 1 Diabetesmanagement eine untergeordnete Rolle spielt. Nach fünf Jahren erfolglosen Kampfs gegen hohe Blutzuckerwerte kam ich jedoch zu der Einsicht, dass die Auswahl der Lebensmittel in einem direkten Zusammenhang mit der Wirkungsweise des industriell hergestellten Insulins stehen kann. Es kann schlichtweg, meiner persönlichen Erfahrung nach, nicht alle Lebensmittel bzw. Zusatzstoffe gleich schnell und erfolgreich „bewältigen“ und führt dadurch zu langanhaltenden Gluko-Kicks.

Meine Beobachtungen zum Thema Ernährung mit Typ 1 Diabetes wollte ich mit anderen Betroffenen teilen. Als Laiin und Hobby-Köchin fehlte mir jedoch eine tiefergehende Kenntnis des menschlichen (Verdauungs-) Systems, seiner Wirkungsweise sowie auch der Zusammensetzung und den tatsächlichen Bedarf an Nährstoffen. Ich fing an, gezielt nach Informationen zu meinen Annahmen zu recherchieren, aber auch Bücher zu verschiedenen Ernährungsweisen zu wälzen. Dabei stellte ich erstaunt fest, dass mir nicht die Ratschläge von Ärzten den größten Erkenntnisgewinn brachten, sondern vor allem die von Ernährungsberatern.

So entschloss ich mich zu einer Fortbildung als Ernährungsberaterin, die ich im Januar 2026 erfolgreich abschloss. Auf diese Weise möchte ich meinen persönlichen Erkenntnissen auch eine fundierte Grundlage geben und beides mit anderen Betroffenen Typ 1 Diabetikern teilen.

Meine Ziele

Ich möchte die Mechanismen von Typ 1 Diabetes so gut verstehen lernen, dass sich mein Hba1c-Blutzuckerwert auf das Niveau von Menschen ohne Typ 1 Diabetes entwickelt. Ich werde mein Leben lang auf Insulin angewiesen sein, jedoch möchte ich die Krankheit steuern und mich nicht von ihr steuern lassen.

Meine Vision
Meine Mission

Diabetes Typ 1 ist wie ein Labyrinth. Man glaubt, die Krankheit endlich verstanden zu haben, doch dann passiert Unerwartetes - auch bei mir. Je besser wir die "normalen" Zeiten im Griff haben, desto unbeschadeter kommen wir durch die "problematischen" Zeiten. Die Belohnung ist es wert: unsere Gesundheit und ein längeres, gesundes Leben.

Bei diesen Zielen möchte ich mit meinen Erkenntnissen anderen Typ 1 Betroffenen helfen. Für ein besseres Leben mit Typ 1.

Ich bin Lehrerin, deswegen habe ich nach der Diagnose alle Bücher über den Umgang mit Typ 1 Diabetes gekauft. Die Tipps von DiaMo habe ich aber so noch in keinem Buch gelesen. Viele der von ihr beschriebenen Ungereimtheiten habe ich jedoch selbst erlebt.

Dorothea B., Baden-Württemberg

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